buh fading
buh ich weiss von ...
buh mit wittgenstein
Ondine Dietz der supermarkt macht ...
Hans-Dieter Eberhard Auf den Faröern
Hans-Karl Fischer Bachstelze, von einer ...
Hans-Karl Fischer Du moderst do ...
Erna Holleis was ist (schlimmer)?
Tanja Leonhardt "Das ist wirklich ..."
Tanja Leonhardt Achte auf deine ...
Tanja Leonhardt Und alle fragten ...
Mischa Lucyshyn du nimmst dich ...
Mischa Lucyshyn Ein Mann aus ...
Rupprecht Mayer Aufbruch
Daniel Mylow mon amour
Klaus Roth profane tätigkeiten
Klaus Roth zustandsbeschreibung
Rotraud Sarker Stilleben mit Blumen
Cornelia Schmerle Letztlich
Armin Steigenberger rec
Ellen Strobel der Mohn behauptet ...
Matthias Vogel Rumpelstilzchens erste Runde
Julia Wörle Venus im Laboratorium
heft 9: textauswahl
Ellen Strobel
Der Mohn behauptet sich
zwischen gewaltigen Schienen.
mir schien
daß ich ihn bewundern sollte.
aber was tut er danach?
warten auf nächste Züge aus beiden Richtungen?
nur
das vorbeirauschende Publikum
beglückt zu sehn.
von allerherrgottsfrüh
bis der Sonnenuntergang ausgeschlafen hat.
das Zarte überlebt zäh
und alles was nichts zu suchen hat
in tiefen Schlaf verfällt.
Rupprecht Mayer
Tag der Degradierung
An diesem Tag füllte seine Frau die Kondensmilch nicht in ein Kännchen, sondern
stellte die Dose auf den Tisch. An diesem Tag rief ihn sein Anwalt nicht selbst an,
sondern überließ das seiner Sekretärin. An diesem Tag blieb die Tür des Busses
geschlossen. Er entdeckte, daß er mit nackten Beinen und nacktem Unterleib an der
Haltestelle stand.
Aufbruch
Sie wußte sehr wohl, was sie nicht tun durfte. Sich nicht hinlegen zu traumlosem
Schlaf! Oder die Finger sinken lassen, daß sie auf den Boden deuteten. Wasser
trinken aus Gläsern. Es lag alles an ihr, sie wußte, daß er auf sie wartete.
Die Klumpen abstreifen, den Schlamm zurücklassen, und sei es in den Kissen.
Beim Blut die Liter nicht zählen, wieviel hat der Mensch. Ob in der Nacht oder
jetzt, oder morgen an der Ecke, jede Tageszeit war günstig, nicht daran lag es.
Sie hatte das Talent, leicht zu sein. Die Papiere mußte sie zerknüllen,
die Kleider spenden, ihren Namen abmelden, die Medizin verschütten, die Brille
zerbrechen. Immer wieder schloß sie die Augen, um unter den Lidern Flecken des
Blaus zu sehen, dessen Fülle sie erwartete. Es war klar, daß sie fliegen konnte.
Aber auch, daß ein Preis zu zahlen war. Ihre Finger sollten Abschied nehmen von
den Grasbüscheln, vom Sand, von den Steinen. Und, was sprach schon dagegen,
von einem Stück Haut. Der Lampenschirm bot sich an dafür, sein feines Leder
war warm vom Licht.
Ondine Dietz
der supermarkt macht mich auf und weint und schneit in mich hinein mit essen und
etiketten und geraschel aus schachteln
mein ellenbogen vergiftet sich lebensvermittelt an der rostbraunen farbe der
wurst an der grünen farbe
die nicht für uns nicht für uns pistazien auf die wand gemalt hält
nur rosa joghurtbecher lassen sich kühlthekenfrisch anfassen
wie kann man die kreatur mehr verspotten als aus milch eine rosarote zahnpasta
bauen
drinnen lauter geschrumpfte herzchen der barbiepuppen
ausgepeitschte erdbeere
kuhle wampe
die sich diese hautcreme von ken hat vom körper schlecken lassen
der war nicht gewarnt vor einer heiligen nutte mit PVC geruch
auf meiner zunge dagegen im braunen nutellatropfen dort wo teddybär
auf die knospenbeete drückt wie mit einem topf honig im arm ein bild von dir so
plötzlich
durchfährt mich wie ein süßer schrei springt mir wie eine glucose sonne ins
labyrinth des
proteinohres wo sie vergammelt überzuckert basta
in der strassenbahnhaltestelle schau ich in menschen rein
das licht schwanger von vanille-impulsen und grüner tee-impulsen und
melonen-impulsen
kriecht aus unter ihren achseln hervor und torkelt zwischen ihnen
blankgewienert wie fensterscheiben riechen sie in den abend rein und raus
auch nach vionell-intimitäten die ich mir gar nicht vorzustellen wage
ich seh dich da wenn ich durch ihre geputzten fensterscheiben schaue wie du
besuche machst
tee trinkst die beine über kreuz geschlagen
ehrfürchtig machen sie das kreuzzeichen im mund mit der zunge
auch wenn sies nicht wissen
man wird diese hosenbeine für heilig erklären
sie werden baumeln an ketten um hälse
und stehen auf schreibtischen neben kinderfotos und pferdeporträts
und mein saures gesicht dieser zeit in klein
wird den nabel aller menschen die kommen zieren
replay von mischa lucyshyn:
du nimmst dich als stein
aus der brust
anderer menschen
noch ehe er fällt
errichtest dir diesen wall
auf dem du reitest
geschlossenen auges
im nachtschatten geängstigter liebe
dazu tanzen die tanten im brackigen wasser
es rudert der vogel den topf aus emaille
in jenen entfernteren hafen
und all die müden blumen
die haben müden tod
so singt er und schaukelt
gelb
über den horizont
vom hufschlag getrieben
vom hufschlag
auf dunklem gestein
aus deinem mandelkern
wächst junge furcht
violett
in die nacht
steigt wasser und leckt
mit belegter zunge am stein
und all die müden ...
die tanten mit hohler brust
schwimmen wie korken
du wirfst steine nach ihnen
sie lachen
du reitest und reitest
türmst steine auf stein
...die haben müden tod
ihre schatten schlagen nach wasser
du öffne die augen
und schwimme
ganz kork
(replay to "die tanten..." von Ondine Dietz, außer.dem 8)
replays von buh:
mit wittgenstein
ein einzigmal ist jeder mal allein und wenn
ich mir was wünschen dürfte wär’s ein fleck
von einzigem blassblau mit reissverschluss
dass die silberschuppen bleiben. vom sternschlucken.
vom mondreissen. das sag ich unterm
horizont wo aber der grosse und der
kleine hund dem jäger ebenso treu folgen wie im land der
unbegrenzten.
(IM MOMENT WO ICH EIN VERB BENUTZE ZEIGE ICH ABSICHT)
komm her und verbind mir die augen. damit ich dich
besser hören kann.
(replay to "sternengeheul" von romea i. mittgenstein,
außer.dem 8)
fading
die form der welt schneidet uns inzwischen
schmerzhaft ins kreuz. das volk sprüht den
rest der mauer vom himmel. was du von thales
träumst erinnert sinus und schoß.
zeitige hände kippen pläne ins bett. für die zeit
vor dem mögen.
(replay to "danach" von sissy de leu, außer.dem 8)
ohne titel
ich weiss von dir im mittelohr. meine spuren
sind lange zu lesen. zistrosen wachsen am fuss
mir. eine stelle ist frei für den nächsten.
(replay to "tipi" von ellen strobel, außer.dem 8)